Geschichtliches

Namen sind Programm

1936 wurde die Bugenhagenkirche inmitten des sich vergrößernden Gliesmarodes gebaut. Vorher gehörte es über 700 Jahre zur Klosterkirche Riddagshausen. Geprägt von der Industrialisierung (Voigtländer, Libra-Werk, Struck & Witte und andere), vom kleinen Dorf durch Arbeitersiedlungen zum Stadtteil Braunschweigs gewachsen, brauchte es eine Kirche.

Inmitten nationalen Aufbruchs, aller Aus- und Abgrenzungen, nach vollzogener Gleichschaltung, beginnender Verfolgung wird der Kirche ein Name gegeben, der auf Kontinuität, auf protestantisches Bekenntnis setzt. Zudem: Eng ist Person und der Name Bugenhagens mit der Reformation der Stadt Braunschweig verbunden(1528).

Schon 1908 setzte sich der Kirchenvorstand für den Bau einer Kirche ein. Gemeindeveranstaltung fanden in der Schule oder in der Gaststätte „Gliesmaroder Thurm“ statt. Verständlicherweise konnte dieser Plan in und nach dem I. Weltkrieg nicht verwirklicht werden. Erst 1928 wurde er wieder aufgegriffen – doch es dauerte noch 8 Jahre Engagement und Werbung für dieses Anliegen, ehe am 9. Februar 1936 der Grundstein für die Kirche gelegt werden konnte. Gebaut wurde nach Plänen des Architekten August Pramann.

Am 20. Dezember 1936 wurde die Kirche durch Landesbischof Dr. Johnson eingeweiht. Sie wurde nach Johannes Bugenhagen benannt, den Reformator der Stadt Braunschweig (1528).
Zum 450. Jubiläum der Einführung der Reformation wurde ein Bugenhagenrelief in die Kirche eingebracht. Es ist ein Abguss vom bekannten Reformationsdenkmal von Ernst Rietschel in Worms.

Zur Einweihung der Bugenhagenkirche dichtete Ernst Bergfeld:

 

kirche_innen_1936.jpg (26717 Byte) „Ragend steht nun das Gebäude
überm Staub und Lärm der Welt.
Jeder, der in Schmerz und Freude
unentwegt zur Kirche hält,
ist geladen, einzutreten,
um in Gottes Hut zu beten.

Mit den Namen Bugenhagen
den die neue Kirche trägt
ist uns bis zu fernsten Tagen
die Verpflichtung auferlegt
diese Lehre zu verbreiten
und für Luthers Wort zu streiten!“
 

Das Innenleben der Kirche hat sich in den Jahren von 1936 an vielfältig verändert. Inzwischen ist die Bugenhagenkirche zu einem Schatz moderner Kunst geworden.
1961 schuf Professor Kurt Edzard (Professor an der Hochschule für bildende Künste) den Taufstein und das Taufrelief. Es erinnert an die Taufe Jesu.
Professor Jürgen Weber (HBK – Lehrstuhl für elementares Formen) gestaltete 1978 den Altar, 1985 die Kanzel und 1986 das Kruzifix.
Die Orgel wurde 1991 von Siegfried Bürger fertig gestellt. Sie hat drei Spielwerke. Das Hauptwerk wurde als Rückpositiv gestaltet. Die Orgel hat 16 Register.

Namen sind Programm:
für Verkündigung, Seelsorge, reiche musikalische Aktivität,
offene Kinder- und Jugendarbeit, Erwerbslosenfrühstück.
Ein Programm mit Leben füllen, dazu fühlen wir uns verpflichtet.

Hier finden Sie Informationen zu Johannes Bugenhagen.

 

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